ist heute die größte arabische Stadt Israels, eingebettet in viel Natur. Bedeutungsvoll ist Nazareth vor allem, weil Jesus hier aufwuchs und hier lehrte. In Galiläa liegen die meisten seiner biblischen Wirkungsstätten.

 

Auf dem Jesus Trail von Nazareth nach Kapernaum kann man seinen Spuren folgen (60 km, 4 Tage). Auch der Berg Tabor ist ein lohnendes Wanderziel.

 

Ich wohne In der Altstadt von Nazareth im Fauzi Azar, einem 200 Jahre alten arabischen Herrenhaus.Das Haus ist so schön und einladend, dass ich mich von Jerusalem kommend erst mal zum Kaffee niederlasse und die orientalische Atmosphäre genieße.

Vom stilvollen Wohnzimmer im Obergeschoss muss ich mich regelrecht losreißen. Zu schön ist es, am Fenster zu sitzen, sich an den einfallenden Sonnenstrahlen zu wärmen und zu faulenzen

Die Verkündigungskirche

ist Dreh- und Angelpunkt aller Pilgergruppen. Die betont moderne Kirche wurde 1969 eingeweiht und ist eine der größten christlichen Kirchen im Vorderen Orient. Einst stand hier das Haus der Maria, in dem Gabriel die Geburt des Heilands ankündigte

Die Verkündigungsgrotte im unteren Teil der Kirche erinnert an diese Begebenheit

Marienkult – vor allem von Männern zelebriert. Sowohl auf dem Bild, als auch in der heutigen Realität

Der Christbaum lockt mich zur griechisch-orthodoxen Gabrielskirche

Gemäß früheren Überlieferungen erschien hier der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria, nicht in der Verkündigungsgrotte. Die Kirche steht über einer Quelle, deren Wasser in den nahe gelegenen Marienbrunnen fließt.

Feierliche Stille herrscht in der Kirche und bei der Quelle, wo Pilger heiliges Wasser entnehmen

Am Marienbrunnen könnte Maria einst Wasser geschöpft haben für ihre Familie

Der Jesus Trail

startet direkt bei meiner Unterkunft und ist weiß/rot markiert. Ich gehe heute die erste Etappe bis Kanaan, wo die berühmte Weinvermehrung für die Hochzeitsgäste stattfand.

Nazareths Altstadt ist erstaunlich ruhig. Nur wenige Geschäfte sind geöffnet

So könnte Nazareth schon zu Jesus´Zeiten ausgesehen haben

An diesem Ort hat Jesus vermutlich mit seinen Jüngern das Abendmahl eingenommen, wenn er in Nazareth weilte

Manchmal stört viel Müll neben der Straße den Wandergenuss. Ich verlasse Nazareth´s Neubauviertel

und folge der Markierung auf schmalem Pfad, über Stock und Stein,

in ein frisch grünendes Tal

Durch Kiefernwald, Eukalyptus-Haine

durch Felder und Wiesen, vorbei an dem Dorf Zippori mit dem Ausgrabungsfeld um das antike Sepphoris

Die Sonne geht unter, als ich den arabischen Ort Mash´had erreiche

Deshalb gehe ich nicht weiter zum nahen Ort Kanaan, wo die berühmte Hochzeit in biblischer Zeit stattfand. Sondern ich nehme das Angebot eines Autofahrers an, der mich zur nächsten Busstation bringt.

Wanderung zum Berg Tabor

Doch zuerst sehr israelisch frühstücken: Es gibt Gemüse, Salat, Eier, Humus (Kichererbsen) und Tahini (Sesampaste), Frischkäse, Oliven, Obst. Fladenbrot und leckeren Kuchen

Der Mount Tabor ist einer der markantesten Berge Israels. Die rheinlandpfälzische Kleinstadt Montabaur verdankt ihren Namen übrigens der Ähnlichkeit ihres Schlosshügels mit dem Berg Tabor, die zurückgekehrte Kreuzfahrer zu sehen glaubten.

Mein Aufstieg erfolgte von der anderen Seite des Berges. Dies ist die Ansicht von der Rückfahrt, bereits auf dem Weg zurück nach Nazareth

Über Afula kam ich per Bus zur Gazit-Junction. Nach wenigen Geh-Minuten startet hier mein Aufstieg

Der Weg ist leicht zu finden. Ich folge der Ausschilderung des Israel-Trails, einem Fernwanderweg, der Israel von Nord nach Süd durchquert. In der Nacht hat es ergiebig geregnet – Pfützen zeugen noch davon.

Auf wunderschönem Pfad geht es steil bergauf

Erste Frühlingsboten wachsen zwischen Felsen

Mal führt der Weg durch lichten Wald

mal zu markanten alten Baumgestalten

Erst ganz oben öffnet sich der Blick ins weite Land. Man umrundet das Gipfelplateau,

passiert ein Kloster

und wandert durch Olivenhaine. In der Ferne, oben auf dem Hügel, erblickt man die Randbezirke Nazareths

Ich schreite durch eine Allee zum Gipfel

mit der „Basilika der Verklärung Jesu„. Jesus war mit einigen seiner Jünger auf den Berg gewandert und

„sein Gesicht leuchtete wie die Sonne“, als er mit den Propheten Mose und Elija sprach

Bei klarem Wetter kann man bis zum See Genezaret sehen

Nahe der Basilika finde ich dieses hübsche Wächter-Häuschen

Für den Aufstieg habe ich 2:30h gebraucht, und es war eine wunderschöne Wanderung. Der Abstieg wäre eine rutschige Angelegenheit, denn der Boden ist sehr naß. Deshalb stoppe ich ein Auto, und ein junger Mann nimmt mich mit nach unten – und fährt mich für ein Entgeld gleich weiter bis Nazareth.

Mein Fahrer nimmt den kürzeren, direkten Weg nach Nazareth. Dafür muss er ziemlich schlechte Straßen in Kauf nehmen. Mir gefällts, denn die Strecke ist viel interessanter als die Schnellstraße über Afula

1 Kommentar

  1. Das Wächter-Häuschen sieht ja nett aus 🙂 Schoener Beitrag!

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