Mich begeistern Londons Museen. Heute besuche ich das Tate Modern, das sich der moderne Kunst widmet.

 

Auf einem Spaziergang entlang der Themse komme ich an vielen Highlights vorbei: Shakespeares Globe Theater, Sir Francis Drakes Schiff The Hinde, Nationaltheater und Southbank Center.

Das Tate Modern

ist Teil der Tate Gallery of Modern Art, zu der 4 Galerien gehören: Tate Britain (eröffnet 1897), Tate Liverpool (1988), Tate St Ives (1993), Tate Modern (2000) und einer zugehörigen Website: Tate Online (1998). Die Sammlungen gründen auf die Schenkung von Henry Tate, einem Industriellen, der durch Zucker-Plantagen zu Reichtum gelangt war.

Das Tate Modern ist eines der weltweit größten Museen für moderne Kunst (5,3 Mio Besucher in 2012). Mit Sitz in einem umgebauten Kraftwerk am südlichen Themseufer

Ideal ist die Anreise per Thamse Clipper. Die Boote halten direkt beim Museum

Von der Aussichtsplattform hat man Rundumblick auf London: Milleniums Bridge und St. Pauls Cathedral

Southwark Bridge, dahinter die Eisenbahnbrücke mit dem Ziegelbau der Cannon Street Station

Der 310m hohe Wolkenkratzer The Shard (dt. Scherbe, Splitter) wurde 2013 eröffnet und war damals der höchste Wolkenkratzer Europas

The Shard lohnt einen Besuch: Im Erdgeschoss bietet Shard Plaza Sitzmöglichkeiten. Darüber Geschäfte und direkten Zugang zum Bahnhof London Bridge. Ganz oben die Aussichtsplattform.

 

Weniger interessant für Touristen sind die Stockwerke dazwischen mit Büros, Luxusrestaurants, einem Luxus-Hotel und Luxus-Wohnungen mit Rundumblick (die jeweils 63 Millionen Euro kosten).

Das Modern Tate beeindruckt durch seine Ausmaße. Ehemals arbeiteten hier die Turbinen des Kraftwerks

Vom Café im 1. Stock blickt man auf die Themse mit der Bootsanlegestelle. Die Fußgängerbrücke Millennium Bridge ist der erste Brückenneubau seit 1894 und verbindet das Museum mit der St. Paus´s Cathedral

Das Motto des Tate Modern: Free and open for all. Da ist uns Britannien meilenweit voraus – die staatlichen Museen sind kostenfrei

Ich schaue mir die temporäre Ausstellung über die Photografin Nan Goldin (*1953) an. Ein Raum ist ihrer Diashow The Ballad of Sexual Dependency vorbehalten

Das Video ist ein visuelles Tagebuch, dauert 45 min und besteht aus 720 Bildern. Es porträtiert Nan Godwin selbst und ihre Freunde im New York der 1970er und 1980er Jahre

Die Akteure posieren in schäbigen Motelzimmern und verrauchten Clubs Die Bilder sind mit klassischen Melodien, sowie gängigen Popsongs unterlegt.

 

Der Titel The Ballad of Sexual Dependency entstammt Brechts Dreigroschenoper („Ballade von der sexuellen Hörigkeit“). Sexualität lockt verführerisch – doch ihre dunkle Seite ist Abhängigkeit und Hörigkeit.

 

Mehr als einen Ausstellungsteil kann ich nicht auffassen. Und ich mache mich auf zu einem Spaziergang entlang der Themse im Stadtteil Southwark, wo sich ein Highlight ans andere reiht:

Shakspeares Globe Theater

Im Globe Theater wurden Shakespeares Stücke aufgeführt. 1997 eröffnete die Rekonstruktion an alter Stelle

Das Globe wurde 1599 von der Schauspieltruppe um  William Shakespeare erbaut. Shakespeare war Hausdichter des Theaters, und alle seine Stücke wurden dort aufgeführt. Es war das erfolgreichste Theater seiner Zeit, und die Stücke wurden mit viel Pomp, mit prächtigen Kostümen und Musik aufgeführt.

 

Das Globe brannte 1613 ab und wurde sofort wieder aufgebaut. Im Jahr 1642 wurde es (wie alle Vergnügungsstätten) von der puritanischen Regierung geschlossen.

Der Meister als Graffity

Die Golden Hinde

war das Flaggschiff von Francis Drake, der  zwischen 1577 und 1580 die Welt umsegelte

1973 rekonstruiert, ging die Golden Hinde (Hirschkuh) als Museumsschiff mit historischer Technik wieder auf Fahrt. Diese Route ist blau eingezeichnet, rot die Route von Sir Francis Drake

In der Southwark Cathedral

ist es kühl, und ich genieße den abendlichen Choral Evensong. Und den anschließenden Kaffee im schattigen Hof vor der Cathedrale

Das National Theater

vereint drei Häuser (Dorfman, Lyttelton, Olivier) für klassische und zeitgenössische Stücke. Die Sichtbeton-Architektur ist umstritten. Prinz Charles meinete, dass es einem Atomkraftwerk gleiche

Als einziges Theater in London verfügt das National Theatre über ein Repertoire: 25 Produktionen laufen abwechselnd in einer Saison. Alle fünf Tage wechseln die Stücke und wiederholen sich nach zwei Wochen.

Southbank Center

Zum Southbank Center gehört auch die Royal Festival Hall, Stammsitz des London Philharmonic Orchestra

Das Underbelly Festival

gibts den ganzen Sommer mit Comedy, Zirkus, Cabaret. Und eine der größten Outdor Bars Londons. Das Gelände ist frei zugänglich, Tickets braucht man nur für Veranstaltungen

Mein Spaziergang entlang der Themse endet beim London Eye

mit bestem Blick hinüber nach Westminster,

zu Big Ben, Parlament und Westminster Bridge

Trafalgar Square

Durchs monumentale Westminster flaniere ich zum Trafalgar Square. Das Reiterstandbild von Charles I. markiert die geografische Mitte Londons

Der Platz ist benannt nach der gewonnen Schlacht gegen die französisch-spanische Flotte, die Admiral Nelson das Leben kostete. Die 50 m aufragende Nelson´s Column setzt ihm ein Denkmal

Trafalgar Square wird begrenzt von der Nationalgallerie und St.-Martin-in-the-Fields (1726), wo es kostenlose Lunchtime-Konzerte gibt, Jazznight, und Gratis-Ausstellungen zeitgenössischer Kunst

Die National Portrait Gallerie ist Teil der Nationalgallerie und zeigt Portraits aus 5 Jahrunderten

Die Nationalgallerie beherbergt eine Sammlung Alter europäischer Meister, in der National Portrait Gallerie kann man sich auf unterhaltsame Art der britischen Geschichte nähern. Super Aussicht vom Portrait-Restaurant zu Trafalgar Square, Withehall und Houses of Parlament.

Rückreise-Tag: Per Themse Clipper in Richtung Airport

Letzte Nacht in meinem schönen Hotel in den Docklands

mit dem traditionellen Pub im Erdgeschoß

Bis Westminster / London Eye will ich per Boot auf der Themse fahren. Vom Hotel ist es nicht weit zur Anlegestelle, und ich spaziere durch ehemaliges Werften-Gelände, das zu Wohnungen umgestaltet wurde

Auf der Themse: Isle of Dogs – Westminster

Der Thamse Clipper braucht 30 Minuten bis zur Endstation London Eye. An Bord wird man bestens versorgt

Ich passiere Orte, die mir inzwischen sehr vertraut sind: Canary Warf

London Bridge

Tower of London

Milleniums Bridge und Modern Tate Museum

Vielleicht weiß jemand, was das für ein Gebäude ist?

Am Milleniums Wheel steige ich aus

und schlendre ein letztes Mal über die Westminsterbridge

am Parlament vorbei

zur Westminster Station der Metro, wo ich in den Untergrund abtauche

Handgepäck für den Billigflug: Köfferchen und Rucksack

Nach ersten Orientierungsschwierigkeiten war ich begeistert vom Londoner Metro-Netz. Die Gänge sind zwar oft schmal, dunkel, überfüllt. Doch die Verbindungen funktionieren, sind häufig, man kommt superschnell voran.

Auch Heathrow begeistert mich. Obwohl der größte Flughafen Europas, wird man auf kurzen Wegen bestens geführt

Zur Erinnerung an die eindrucksvolle Stadt mit unendlich vielen Sehenswürdigkeiten: Ein Link vom morgendlicher Sightseeing-Lauf durch London (leider nicht von mir!)

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