wird von einem Verein getragen. 70 historische Häuser wurden hierher versetzt und mit Gegenständen des früheren täglichen Lebens ausgestattet. Infotafeln erzählen Lebensgeschichten von Bewohnern der Häuser. Wir sind gefesselt von den Lebensumständen der Menschen, und wie sie ihr hartes Leben meisterten. Ein sehr gelungenes Museumskonzept.

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Ein prächtiger Bauernhof an seinem ursprünglichen Standort um 1900

Armenhaus

Ein kleines Haus, das als Armenhaus benutzt wurde und bis zu 14 bedürftigen Menschen Unterkunft bot

Eine Ausstellung thematisiert die Reformation
Die Obrigkeit bestimmte nach der Spaltung der Kirche, was die Untertanen zu glauben hatten. Wer damit nicht einverstanden war, konnte dorthin auswandern, wo sein Glaube „Staatsreligion“ war.

 

Bilder aus einer protestantischen Wohnstube
Dort fand man keine Heiligenbilder, Marienverehrung oder einen Hausaltar. Sondern Bibelsprüche, Sinnsprüche oder Engelsbilde.

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Engelsbild aus einer protestantischen Wohnstube

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Am Sonntag wurden Hauskreise abgehalten und über die Bibel gesprochen. Vorbild waren berühmte Reformatoren, die ebenso in Kreisen zusammenkamen (Wohnzimmer-Bild)

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Die Bauernhäuser sind eingebettet in bunte Bauerngärten

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Kaffeepause im „Roten Ochsen“, dem Gasthaus mit Biergarten

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Eine Stube ist im Stil der 50er-Jahre eingerichtet

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Landwirtschaftliche Gerätschaften (Pflug und Egge), alt / ganz alt

Zwangsarbeiter-Baracke

Die Zwangsarbeiter-Baracke erinnert an das Schicksal der über 10 Mio Zwangsarbeiter in der Nazi-Zeit

Ein Jahr später kommen wir wieder ins Museumsdorf, denn wir konnten beim ersten Besuch längst nicht alles anschauen. Viele Schwäbisch-Haller Familien haben eine Dauerkarte, um mit ihren Kindern immer wieder diesen interessanten Ort aufzusuchen.

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Ein Wurf vom Schwäbisch-Hällisches Landschwein. Wegen des schwarzen Kopfes heißen die Tiere bei den Hallern „Mohrenköpfle“

Das Schwäbisch-Hällisches Landschwein
war nahezu ausgestorben. In den achtziger Jahren begann eine Gruppe Landwirte um Rudolf Bühler aus Wolpertshausen mit sieben reinrassigen Mutterschweinen und einem Eber eine neue Zucht. Inzwischen ist das Fleisch der naturnah gehaltenen Tiere sehr begehrt.

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Die Häuser werden von Ehrenamtlichen betreut, die morgens ihren Dienst mit dem Aufschließen der Häuser beginnen und nach 9 Std. mit dem Abschließen beenden

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Die Stube war der einzig beheizbare Raum. Hier wurde gegessen, gearbeitet, die „freie Zeit“ verbracht. Wer krank war durfte auf der Ofenbank schlafen

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Die Küche mit dem offenen Feuer und dem großen Kamin. Trotz des Abzugs stand hier oft der Rauch und erschwerte die Arbeit der Bäuerin

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Etwas ausserhalb des Dorfes steht auf einer Anhöhe der Käshof, genau wie ehemals sein Standort war. Der Hofbesitzer Gottlieb Kaiser war eigen und pflegte keinen Kontakt zum nahegelegenen Dorf. Während des Krieges blieb er seinen Grundsätzen treu.

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Auf dem Käshof durften die zwei Zwangsarbeiter gesetzteswidrig am gemeinsamen Tisch mitessen. „Wer schafft darf auch essen“. Auch verbotene Treffen von Zwangsarbeitern aus der Umgebung fanden hier statt

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Die Eheleute Kaiser beherbergten während des Krieges Bombenopfer aus der Stadt und 3 verfolgte Juden

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Wie unterschiedlich sich Menschen während der Nazi-Zeit verhielten, wird an Lebensläufen veranschaulicht

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Im Keller des Käshofes wird vom Bomben-Alltag während des alliierten Luftkrieges gegen deutsche Städte erzählt. Das Verbot umgehend, ließ Bauer Kaiser auch die Zwangsarbeiter in den Schutzkeller

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Auf dem Rückweg zum Dorf kommen wir an einer Kelter von 1750 vorbei

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Passend dazu die einfache Besenwirtschaft

Das Museumskonzept ist sehr gut umgesetzt. Die Menschen, die in den historischen Häusern wohnten, erzählen dem Besucher ihre Geschichte. Unter schwierigen Bedingungen meisterten sie ihr Leben und machten das Beste daraus.

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