Gestern wollte ich mal einen Tag am Strand verbringen. Doch das ging ziemlich schief, denn das Strandleben war mir langweilig, und am Abend war ich todmüde vom Rumhängen.

 

Also heute wieder ein Ausflug! Ich suche mir eine antike Stadt aus, deren Ruinen abseits des Trubels am Meer liegen.

 

Iotape liegt 33 km von Alanya entfernt, an der alten Nationalstraße nach Gazipasa. Öffentlichen Transport gibt es nicht, denn die Verbindung nach Gazipasa (Airport) geht inzwischen über die neue Nationalstraße. Ich weiß zwar nicht so genau wie, aber ich beschließe heute die Ruinen zu sehen.

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Ich hole einen Simit als Wegzehrung, und die Verkäuferin schenkt mir noch ein paar Früchte dazu

Mit dem lokalen Bus fahre ich nach Demirtas und weiter weiter bis Yesilöz. Hier endet der Alanya-Busverkehrs (25 km). Der Busfahrer will mich für 10 Euro bis an mein Ziel bringen, per “Dolmus-Taxi”, doch ich lehne ab. Bis zu den Ruinen sind es 8 km, bis Gazipasa 22 km.

 

Ich spaziere ein Stück auf der alten Nationalstraße ab Yesilöz. Die ist wunderschön und kaum befahren. Sie verläuft oberhalb des Meeres durch Bananenplantagen und andere Obstkulturen. Bananenanbau hat hier eine lange Tradition. Allerdings sind die kleinen Bananen nicht mehr so gefragt, seit die außereuropäischen großen Bananen den Markt beherrschen.

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Bananen-Terrassen bei Iotape

Ich halte ein Auto an, und eine türkische Familie bringt mich zu den Ruinen der antiken Stadt Iotape. Die sind glücklicherweise von der Straße aus gut zu sehen, ich hätte sonst nicht gewußt wo aussteigen. Auf der Strecke ab Yesilöz gibt es keine Ortschaft, und auch die Ruinen stehen in der Natur pur.

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Die Thermen der antiken Stadt Iotape

Schön ist es, hier auf den Steinen der ehemaligen Akropolis zu sitzen, mit wunderschöner Aussicht auf die Thermen und den ehemaligen Hafen. Am kleinen Strand kann man auch schwimmen.

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Auch auf der Landseite gibt es ein paar antike Reste zwischen Bananen-Terrassen

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Der Hügel mit der Akropolis ist vom Meer umspült. Nicht weit davon ein Ausflugslokal mit Badestrand

Irgendwann reiße ich mich los und mache mich zu Fuß auf den Rückweg. Doch ich komme nicht weit: Ein Ausflugslokal mit Meerblick und Badestrand verlockt mich zur Einkehr. Ich bestelle Wasser und Eiscreme. “No icecream” sagt der Kellner, stattdessen bringt er mir ein Glas Tee zu meinem Wasser.

 

Kurz darauf bittet er mich an den Personal-Tisch, auf dem eine große Portion Vanilleeis und ein Teller Baclava steht. “My friend bring from Gazipasa”. Jeder bedient sich mit seinem Löffel aus der Schüssel und vom großen Baclava-Teller. Superlecker…  Bezahlen durfte ich nur das Wasser.

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Das nächste Restaurant auf den Klippen

Die Saison hat noch nicht begonnen, und die Wirte haben Zeit und gute Laune. Als ich an diesem Aussichtsplatz frage, ob ich Aussicht gucken darf, wird mir wieder Tee gebracht “for free”.

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Zum Lokal gehören Bananen-Terrassen. Während ich im Schatten sitze, schaue ich den Männern zu, wie sie Bananenstauden vereinzeln. Es bleiben immer 3 Generationen pro Staude erhalten. Weitere Triebe werden ausgegraben und an anderer Stelle wieder eingepflanzt. Eine mühsame Arbeit,  der Sonne voll ausgesetzt.

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Irgendwo da hinten im Dunst liegt Alanya

Im nächsten Lokal bringt man mir einen Obstteller. Früchte, die aussehen wie Brombeeren, aber am Baum wachsen, Erdbeeren, Bananen und die Frucht, die ich schon von der Simit-Verkäuferin kenne.

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Der Patron erzählt mir von seiner Familie. Drei Kinder zwischen 12 und 21. Und dass er gerne noch ein Baby hätte. Aber seine Frau will nicht, und eine zweite Frau erlaubt sie ihm nicht.

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Das letzten Sonnenlicht fällt auf die Bananenpflanzen und Weinstöcke

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Nach dem prächtigen Sonnenuntergang halte ich ein Auto an, das mich bis Yesilöz mitnimmt. Dort wartet eine alte Frau auf den Bus, der um diese Zeit aber nicht mehr fährt. Gemeinsam trampen wir bis Mahmutlar. Dort blockiert der nette Autofahrer den haltenden Bus bis wir eingestiegen sind. Und in Alanya am Busbahnhof gehe ich erst mal essen in mein reisekasseschonendes Lieblingslokal.

 

Ein wunderschöner Tag inmitten der Natur, mit einer antiken Stadt, netten Begegnungen
und ein bißchen Abenteuer.

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