Diesen Sommer (2014) reist unser 21-jähriger Sohn durch China. Für mich der Anlass, unsere große Chinareise von 1991 nocheinmal Revue passieren zu lassen. Viel hat sich seither verändert: Unseren Sohn gab es damals noch gar nicht, und China hat inzwischen eine unglaubliche Entwicklung erlebt. Ich schreibe den Bericht zu unserer damaligen Reise 23 Jahre später. Man sieht mit anderen Augen.

 

Unsere Reise vor 23 Jahren
Im Herbst 1991, als China gerade anfängt sich für den Tourismus zu öffnen, machen wir eine 4-wöchige organisierte Rundreise durch das riesige Reich. Wir wollen die Lebensverhältnisse 15 Jahre nach Mao´s Tod erleben, bevor China sich immer mehr westlich orientiert. Wir erleben Straßen voller Radfahrer, kaum PKW-Individualverkehr, Menschen im “Mao-Look”. Und es gibt keine Verständigungs-Möglichkeit für uns mit den Chinesen (das ist politisch so gewollt, und es fehlt eine gemeinsame Sprache).
PekingShanghaiWuxiNanjingXianChendu – Leshan – EmeishanKumningGuilinGuangzhou (Kanton)Hongkong
Wichtige geistige Lehren in China

Wichtige geistige Lehren in China (referiert von unserer Reiseleitein)

Daoismus, 600 vor Ch.
Nach der Lehre des Laotze soll der Mensch mit seinem Leben der kosmischen Grundordnung, also dem Weg Dao, folgen. Er soll nach der eigenen Natur leben und dadurch zu einer Übereinstimmung mit dem Dao gelangen.

  • Hinwendung zur Natur
  • Wenig staatliche Einmischung
  • Abwenden von der Welt, Leben als Mönch

 

Konfuzianismus, 500 vor Ch.
Die Verhaltenslehren des Konfuzius regeln das Zusammenleben der Menschen.
Das Gemeinschaftsinteresse ist wichtiger als die individuelle Freiheit (das gilt bis heute)

 

Einigung des Reiches zum Zentralstaat unter Herrschaft des Kaisers Shi Huangdi, 200 v.Ch.
Einheit durch Gewaltherrschaft und Unterdrückung:

  • Einteilung des Reiches in 36 Provinzen
  • Vereinheitlichung von Maßen, Münzen und Gewichten
  • Kontrolle durch zentralisierten Beamtenstaat, Strafe und Belohnung: „Wer einen Schuldigen nicht denunziert, wird in zwei Teile gehackt; derjenige, der einen Schuldigen denunziert, erhält die gleiche Belohnung wie der, der einen Feind in der Schlacht köpft.“
  • Bau der Chinesischen Mauer durch 500 000 Zwangsarbeiter
  • Bücherverbrennung, um Lehren und Kultur aus der Vergangenheit auszulöschen. Wer dagegen protestiert oder weiterhin Bücher besitzt, wird hingerichtet.
  • Für das Grabmal des Kaisers Shi Huangdi höhlen 720 000 Zwangsarbeiter in 10 Jahren einen Berg aus. Das Grabmal ist bis heute ungeöffnet, da quecksilber-verseucht
  • 7000 lebensgroße Ton-Figuren, die Terracotta-Armee von Xian, befindet sich vor dem Grabmal
  • Von 30 Mill. Einwohnern des ersten chinesischen Kaiserreiches sterben unter der Herrschaft Qin Shihuangdis mehr als 2 Mill. durch Hinrichtung oder in der Zwangsarbeit

 

Buddhismus
Im 1. Jh. nach Ch. kommt der Buddhismus von Indien nach China, erlangt aber erst viel später (im 7. Jh.) Bedeutung. Die buddhistische Lehre vom radikalen Rückzug von der Welt ist schwer in Einklang zu bringen mit der chinesischen Vorstellung von der Pflicht gegenüber den Eltern, der Familie und den Ahnen.

 

Von China aus tragen Mönche und Händler den Buddhismus weiter nach Japan, Korea, Vietnam und Südostasien, wo er zur zentralen Religion wird.

 

Unsere China-Rundreise 1991

 

 

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