Zwei Geburtstags-Besuche in Freiburg bescheren mir schöne Ausflüge in den Schwarzwald. Denn ich bleibe jedes mal übers verlängerte Wochenende.

 

Nagold – Baiersbronn – Wanderung: Mummelsee / Hornisgrinde (2h) – Freiburg – Opfinger Baggersee –  Zell am Hamersbach

Nagold

Nagold

ist der wirtschaftliche Mittelpunkt des oberen Nagoldtales und ein hübsches, lebendiges Städtchen. Mit guten Geschäften – diesesmal schlage ich im Schuhgeschäft Hartmann zu, mit Hartmanns bin ich weitläufig verwandt

Nagold

Für weiteres Shopping nehme ich mir keine Zeit. Lieber Frühstücken nahe dem prächtigen Hotel Post (1697). Hier logierten ehedem hohe Gäste: Herzog Carl Eugen und König Friedrich von Württemberg

Baiersbronn

ist eine Ferienregion im Schwarzwald, Kreis Freudenstadt. Sommers kann man wandern, winters skifahren

Es gibt ein modernes Touristen-Zentrum, traditionelle Schwarzwälder Gastronomie,

rundum Natur, Wanderwege und eine Skipiste direkt am Ort (mitte). Skizentren am Kniebis und Ruhestein

Wanderwege um Baiersbronn

Die Passhöhe Ruhestein

bildet den Übergang von der Rheinebene durch das Achertal (ehemals Großherzogtum Baden) hinüber ins Murgtal (ehemals Königreich Württemberg). Auch die Schwarzwaldhochstraße (B 500) vom Kniebis nach Baden-Baden und der Westweg führen hier vorbei. Einst lag hier eine große Sandsteinplatte, auf der Händler ihre Traglasten abstellten, um auszuruhen. Daher der ursprüngliche Namen „Ruhstein“.

 

1863 wurde die Passstraße von Achern nach Baiersbronn fertiggestellt. Eine kleine Wirtschaft entstand als Rastplatz für Fuhrleute und Kleinhändler. 1885 eröffnete Louis Klumpp ein prachtvolles Hotel, um gestressten Stadtgästen Ruhe und Erholung in der Waldeinsamkeit zu bieten. Der Ruhstein wurde zum Ruhestein. 1897 fand das erste Skirennen am Ruhestein statt, und der Wintersport zog ein.

 

Die Schwarzwaldhochstraße war 1934 von Baden-Baden bis zum Ruhestein fertiggestellt. Das Kurhaus der Familie Klumpp erreichte seinen Höhepunkt mit 140 Betten und einer exzellenten Küche. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel zur Kinderlandverschickung umfunktioniert. Als die französischen Truppen 1949 das Hotel zurückgaben, war es völlig heruntergewirtschaftet.

Gasthof und Pension Ruhestein (historisches Bild)

Nach kurzer Blütezeit in den 50er-Jahren setzte der Niedergang der Kurhotels an der Schwarzwald-Hochstraße ein. Der Hotelier Klumpp verkaufte 1970 das Kurhotel Ruhestein an die Neue Heimat.

 

Von der Hotel-Vergangenheit zeugt nur noch die Villa Klumpp, seit 2014 Sitz der Nationalpark-Verwaltung

Wanderung: Parkplatz Seibels Eckle – Hochmoor – Hornisgrinde – Mummelsee (2h)

Ich starte direkt am Parkplatz Seibels-Eckle, an der Schwarzwald-Hochstraße

Ein verwunschen schöner Weg führt steil hinauf

Grenzsteine erinnern an die Grenze zwischen Baden und Württemberg

Der Orkan Lothar riss am 26.12.1999 massenweise Bäume um. Auch an der Hornisgrinde

Mystische Stimmung im Hochmoor auf dem Gipfelplateau der Hornisgrinde. Die Errichtung des Schwellenwegs zum Schutz des Moores (1972) ist das Verdienst von Rupert Hambrecht, nach dem der Weg benannt ist

Normalerweise entstehen Moore in Senken. Anders auf der Hornisgrinde: Hier regnet es mehr als Wasser verdunstet. Und das Wasser kann durch Steinschichten nicht abfließen

Aussichtsbank…  Nur hier oben hängen die Wolken. In tieferen Lagen, am Mummelsee, ist der Blick frei

Aus dem Nebel taucht der Bismarckturm auf, der die höchste Erhebung der Hornisgrinde markiert

Links daneben, fast vom Nebel verschluckt, ein riesiges Windrad

Am anderen Ende des Gipfelplateaus steht der 1910 eingeweihte Aussichtsturm. Anlass für den Bau war die Fertigstellung des Westweges Pforzheim – Basel, der über den Gipfelrücken der Hornisgrinde führt

Steiler Abstieg zum Mummelsee – auf dem Westweg

Aussicht vom Westweg bis zum Hochschwarzwald, und zu vielen Schwarzwald-Tälern

Buntes Treiben am Mummelsee

Der Mummelsee, im Winter eine gute Option zum Langlaufen

Im Sommer gibts schöne Wanderungen – 2h entfernt von Stuttgart

Freiburg, der Kleine Opfinger Baggersee

ist der kleine Bruder des großen Opfinger Sees. Entstanden durch eine Versuchsgrabung zum Kiesabbau, die sich aber als nicht lohnend erwies

Umgeben von Wald, ist er ein beliebter Bade- und Angelgsee, schattig und überschaubar

Der Opfinger Baggersee

ist ein beliebtes Naherholungsziel im Freiburger Stadtgebiet. Nachdem der Kiesabbau beendet war, entstanden Grillstellen, Slackline-Pfähle, ein Beachvolleyball-Platz, eine große Liegewiese und ein Kioskgebäude mit WC

Der Opfinger See ist nicht nur Erholungsgebiet, er gehört auch zum Landschaftsschutzgebiet Mooswald

Es gibt Rundwanderwege und Laufstrecken. Der See ist gut erreichbar mit der Stadtbahn Linie 5 (Rieselfeld)

Der Opfinger See ist der größte der Freiburger Baggerseen, doch es gibt noch mehr Badeseen in der Umgebung. Die Freiburger haben die Wahl

Geburtstagsfest in Freiburg

Alles Gute zum 97. Gebrutstag, lieber Onkel,   Professor Dr. Werner Käss

Wir speisen vorzüglich im Bierhäusle in Freiburg-Lehen

Zell am Hamersbach

liegt in einem schönen Schwarzwaldtal, dem 16 Kilometer lange Harmersbachtal. Nahe Haslach zweige ich ab vom Kinzigtal und folge dem Hamersbach in eine weitläufige Tallandschaft mit Obstbaumwiesen, Feldern und traditionellen Schwarzwaldhöfen. Oberhalb des Tals erhebt sich der Brandenkopf, mit 945 Metern der höchste Gipfel des mittleren Schwarzwalds, eine beliebte Ferien- und Wanderregion.

Einen Parkplatz für meinen treuen Passat (Bj. 1994) finde ich direkt am Ortseingang

Der Narrenbrunnen erinnert an den hohen Stellenwert der allemannischen Fasnet im Jahreslauf

Kanzleiplatz mit dem markanten Storchenturm. Heute residieren hier die Störche, früher diente der Turm als Bastionsturm mit Wehrgang und Schießscharten

Am Kanzleiplatz nisten Störche auf allen umliegenden Dächern

Zur Wehranlage von 1330 gehörte auch der Hirschturm

Werksverkauf der Zeller Keramik im Ortszentrum.

Die „Zeller Keramik“ erlangte weltweite Berühmtheit dank des Dekors „Hahn & Henne“. Ein Mitarbeiter entwarf das Motiv anlässlich der Geburt seines Kindes. Selbst das Nobelkaufhaus Harrod’s in London hatte „Hahn und Henne“ im Sortiment. Heute ist das Unternehmen deutlich geschrumpft.

 

Die Produktion erfolgt immer noch in den alten Fabrikgebäuden, hauptsächlich für den Werksverkauf. Eine Führung durch die Manufaktur bietet Einblicke in die historische und moderne Herstellung von Keramik-Geschirr. Man kann selbst einen Teller bemalen, vor allem für Kinder ein schönes Angebot.

Abendstimmung oberhalb von Unterhamersbach. Lange verweile ich auf der Bank neben der Schutzhütte

Feierliche Abendstimmung auch im angrenzenden Wald

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