Der ausgeschilderte Rössleweg umrundet den Stuttgarter Talkessel. Die 54 km kann man in Etappen gehen, unter Verwendung öffentl. Verkehrsmittel. Wir starten am Fernsehturm. Heimfahrt ab Birkenkopf per Bus, oder man wandert eine halbe Stunde talwärts nach Botnang zur Stadtbahn.

Gesamt 15 km (5h): Fernsehturm – Waldfriedhof – Schwälblesklinge – Kaltental – Waldheim Heslach – „Bei Kosta“ – Birkenkopf

 

Der weltweit erste Fernsehturm steht in Stuttgart. Nach einer Bauzeit von 20 Monaten wurde er 1956 eingeweiht. Er wurde zu einem Prototyp, den man auf der ganzen Welt nachbaute und weiterentwickelte – in Frankfurt, Dortmund, Johannesburg und Wuhan in China.

Ursprünglich wollte der Süddeutsche Rundfunk seine Antennen auf einen 200 Meter hohen, mit Drahtseilen gesicherten Eisen-Gittermasten stellen. Der Stuttgarter Brückenbauer und Statiker Professor Fritz Leonhardt erfuhr zufällig von dem Projekt und schlug einen Betonturm vor.

 

Neu war nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Idee einer touristisch und gastronomischen Nutzung. So entstand ein ästhetischer Turm mit einem  Korb für Sendertechnik, Aussichtsplattform und Gaststätte. Die Baukosten von 4,2 Millionen Mark amortisierten sich bereits nach fünf Jahren durch die Eintrittsgelder.

Vom Fernsehturm wandern wir durch den Wald auf dem Königsträßle zum Chile-Platz auf dem Haigst

Das Herz motiviert uns zu einem Gruppenbild. Wir lieben Sonntags-Ausflüge!

Auf dem Dornhalden-Friedhof finden wir das Grab der RAF-Leute Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Jan-Carl Raspe, gestorben 1977 in Stammheim

Auf dem Waldfriedhof gleich daneben ruht viel Stuttgarter Prominenz. Zudem finden wir Denk- und Mahnmale für die Gefallenen der Weltkriege und Gräber für die Opfer der Bombennächte 1944/45

Ein schönes Natur-Kleinod ist die Schwälbles-Klinge zwischen Waldfriedhof und Kaltental

Wir wandern durch die wilde Schlucht – und man kann dabei ganz vergessen, dass wir uns auf der Gemarkung einer Großstadt befinden

Das Waldheim Heslach hat zwischen den Jahren geschlossen. Doch 500 m weiter, bei den Sportvereinen, werden wir bei „Kosta“ bestens bewirtet. Griechisch, lecker, reichlich – wir kommen wieder!

Zum Empfang gibts Ouzo, dann werden die Gläser ordentlich zusammengestellt

Der Birkenkopf

ist mit mit 511 m der höchste Punkt im inneren Stuttgarter Stadtgebiet. Er liegt fast 300 m höher als der Neckar und bietet Rundum-Aussicht

auch hinüber zum Fernsehturm, von wo wir hergekommen sind

Zwischen 1953 und 1957 wuchs der Berg um rund 40 Meter: Hier wurden über 15.000.000 Kubikmeter Trümmerschutt aus dem zweiten Weltkrieg abgelagert. Auf dem Gipfel sind noch viele Fassadenreste von zerstörten Gebäuden zu erkennen. Im Volksmund heißt der Berg daher auch Monte Scherbelino.

Eine Tafel erinnert an die Herkunft der Trümmer mit der Inschrift:

„Dieser Berg, nach dem Zweiten Weltkrieg aufgetürmt aus den Trümmern der Stadt,
steht den Opfern zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung.“

Sonnenuntergang am Monte Scherbelino – leuchtender Abschluss einer schönen Tour

3 Kommentare

  1. Hallo Lisa!

    Eure Wanderung sieht sehr schön aus und macht Lust zum mitwandern!
    Kann man sich bei den nächsten Etappen noch anschließen?

    • Liebe Inge, in unserer Wandergruppe sind neue Mitwanderer immer willkommen. Jetzt im Winter sind wir vor allem im VVS-Bereich Stuttgarts unterwegs. Melde dich, falls ich dich in unseren Verteiler aufnehmen soll. Unsere nächste Tour findet am 12.1. statt:

      Variante des Stuttgarter Rössleweges: Obertürkheim – Grabkapelle Württemberg – an Fellbach vorbei – Sommerrain – Steinhaldenfeld (15km)
      Lieber Gruß!

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