Moritz Einzug ist schnell erledigt, nun habe ich 3 Tage Zeit für Wien. Ein schöner Fixpunkt ist das tägliche Mittagessen mit Moritz, und die österreichische Küche weiß uns zu begeistern. Ansonsten streife ich kreuz und quer durch die Stadt und lasse mich ohne große Planung treiben. Nach drei gefüllten Tagen habe ich das Gefühl, viel von Wien gesehen zu haben.

Parken in Wien

Vor Moritz´ Studentenwohnheim finde ich einen Parkplatz für das vollbepackte Auto. Der ist zwar nur für Anwohner mit Berechtigungs-Plakette, doch für die halbe Stunde des Ausladens ignorieren wir das. In Wien gibt es nur Anwohner- oder Kurzzeit-Parkplätze, deshalb lasse ich das Auto auf einem Park-und-Ride Parkplatz in Erdberg stehen (für 3,50€/Tag). Verbunden mit dem Parkhaus ist die U-Bahn-Station, ich löse ein Wochenticket für 16€, und bin damit bestens versorgt für die nächsten Tage.

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Das Öffentliche Verkehrsnetz ist bestens ausgebaut. Ich habe vor allem die U-Bahnen genutzt, die fahren im 4-Minuten-Takt

Naschmarkt

Ich habe mich in einem Hostel am Naschmarkt eingemietet, wegen der super zentralen Lage. Der Naschmarkt erstreckt sich mit 170 Ständen auf dem überbauten Wien-Fluss. Er gilt als der größte Feinkostladen Wiens, ist teuer, doch er bietet fast alles, was Gaumenfreuden bereitet. Dabei kommt der Name nicht von “naschen”, sondern leitet sich ab vom “Aschenmarkt”. “Asch” ist die Bezeichnung für eine Milchkanne, denn ehemals war der Markt spezialisiert auf Milch und Milchprodukte.

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Der Großmeister des Wiener Jugendstils Otto Wagner errichtete 1898  die drei berühmten Jugendstil-Wohnhäuser an der Linken Wienzeile

Das bekannteste ist das Majolika-Haus in der Mitte, mit Blumen-Motiven auf Kramikfliesen. Der Straßenname “Linke Wienzeile” (und die andere Seite heißt “Rechte Wienzeile”) erinnert daran, dass unterhalb des Naschmarkts der Wien-Fluß fließt (nach dem die Stadt benannt wurde).

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Die U-Bahn-Station am Naschmarkt ist ein hübscher Jugendstil-Pavillion

Am Stephansplatz

schlägt das Herz der Hauptstadt, denn hier steht das Wahrzeichen Wiens, der gotische Stephansdom. Ein Symbol für die bis heute fast uneingeschränkte Macht der katholischen Kirche. Der Stephansdom verfügt allerdings nicht über viel Platz drumherum. Der kleine Stephansplatz steht in keinem Verhältnis zur mächtigen Kathedrale (erbaut 1304-1433).

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Zuallererst zieht es mich zum Stephansdom im Zentrum Wiens

Das Dach schmücken 230 000 bunt glasierte Ziegel. Der Südturm misst 137m, während der nur halb so hohe, unvollendete Nordturm an finanzielle Engpässe erinnert. Mit dem Aufzug kann man zum Nordturm, dem “Adlerturm” hinauffahren. Seit 1957 birgt er eine der größten Glocken Europas, die “Pummerin”. Ihre dumpfen Schläge ertönen nur an hohen Feiertagen und zum Jahreswechsel.

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Unter dem 28m hohen Netzrippengewölbe des Langhauses steht die berühmte Kanzel von 1514. Mich interessieren heute mehr die spektakulären Bauarbeiten

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Die Kärntner Straße gab es in Wien schon zu Zeiten der Römer. Heute ist sie eine mondäne Einkaufsstraße

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Ich folge der Kärntnerstraße bis zur Staatsoper am Kärntner Ring. Dort steige ich in die U-Bahn ein, zurück zum Naschmarkt. Ich will mit Moritz zusammen Mittagessen

Der Waldviertler Hof

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nahe des Naschmarkts ist eine hervoragende Adresse für gepflegte, wienerische Küche

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Wir probieren heute Tafelspitz mit klassischen Beilagen: Röst-Erdäpfel, Spinat, Schnittlauchsauce, Apfelkren (Apfelmus mit Meerrettich). Und sind sehr begeistert

Secession

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Nach dem Essen flaniere ich über den Naschmarkt, und stehe plötzlich vor der Secession

1897 spaltete sich eine Gruppe Bildender Künstler um den Maler Gustav Klimt vom konservativen Künstlerhaus ab. Sie gründeten die Vereinigung der Wiener Secession (Abspaltung). Ihre Kunstrichtung bezeichnet man heute auch als Wiener Jugendstil.

Die staatliche Akademie der bildenden Künste

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ist eine der ältesten Kunstakademien Europas

Die Technische Universität Wien

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präsentiert sich stilvoll, als Österreichs größte naturwissenschaftlich-technische Forschungs- und Bildungseinrichtung

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Natürlich gibt es auch Neubau-Komplexe

Das MuseumsQuartier

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ist eine Erfolgsgeschichte seit 2001. Die ehemaligen Kaiserlichen Hofstallungen (von 1725) sind der Gegenwartskunst gewidmet

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Die Sammlung Leopold beherbergt eine außergewöhnliche Schiele- und Klimt-Sammlung

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Das MUMOK (Museum für Moderne Kunst) zeigt Werke der klassischen Moderne (Warhol, Picasso, Beuys)

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In der Kunsthalle Wien gibt´s zeitgenössische Kunst

Maria-Theresia-Platz und die Museen

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Auf der anderen Seite des Rings befindet sich der Maria-Theresien-Platz mit dem riesigen Denkmal der Gemalin von Franz  I., flankiert vom

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Naturhistorischen Museum und dem Kunsthistorischen Museum, exakt symetrisch angelegt

Kaiser Franz Josef ließ 1891 das Kunsthistorische Museum errichten, um die in unterschiedlichen Museen verstreuten Kunstwerke der Habsburger in einem Gebäude zusammenzufassen. Mit mehr als 1 Million Besucher jährlich ist es ein weltweit herausragendes Museum dieser Art.

Neue Hofburg

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Die Wiener Hofburg ist die ehemalige Kaiserresidenz, kein einheitlicher Bau, sondern im Lauf von 6 Jh gewachsen. Von hier aus wurde eines der wichtigsten Emperien Europas regiert

Die ersten Gebäude entstanden im 13. Jh., und das Ensemble wurde mit dem Machtzuwachs der Habsburger immer weiter ausgebaut. Seine Trakte repräsentieren alle Elemente der europäischen Bau- und Kunstgeschichte, vom Mittelalter bis ins 20. Jh.

 

Die Residenz war so prächtig, dass der kunstsinnige Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV zitiert wird: “Jedes Mal, wenn ich die Wiener Hofburg betrete, komme ich mir vor, ob ich ein minderwertiger Parvenü wäre”.

Sissi-Museum

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“In der Burg” heißt der zentrale Platz der Hofburg. Die Amalienburg (links) wurde um 1600 als Residenz für Kaiser Rudolf II errichtet. Der Reichskanzlei-Trakt (rechts) beherbergt heute das Sissi-Museum

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Das empfehlenswerte Sissi-Museum bietet Einblicke in den Lebensalltag der Habsburger

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Repräsentativer Zugang zu den Wohnräumen von Franz Joseph I. und seiner Sissi

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Der Kaiser war seiner schönen Gattin zeitlebens in schwärmerischer Liebe zugetan. Sissi war anfangs unbeschwert, in später Zeit eher schwermütig, sich von ihrem Gatten und dem Hofleben fernhaltend

Die Spanische Reitschule

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ist Teil der Hofburg. 1565 gegründet und wichtigste Zuchtstätte für Lipizzaner, UNESCO Weltkulturerbe

Ursprünglich diente die Hofreitschule der Ausbildung der königlichen Familie. Heute sind die Vorführungen in der Winterreitschule Besuchermagneten, ebenso die Führungen durch die Stallburg gegenüber.

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Ich genieße die Ruhe (und Wärme) im Café der Hofreitschule

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bei Melange und exquisiter Sachertorte

Michaeler Platz

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durch das Michaeler-Tor verlasse ich die Hofburg

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Am Michaeler Platz warten die Fiaker. Ein facettenreicher Platz mit dem Café Griensteidl, dem Loos-Haus, der Michaeler-Kirche

Kohlmarkt

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Der mittelalterliche Holzkohle-Markt entwickelte sich zu Wiens mondänster Einkaufsstrasse. Auf dem Weg zwischen Hofburg und Stephansdom siedelten sich zahlreiche k.u.k. Hoflieferanten an.

Der Graben

Kärtner Gasse

zweigt ab vom Kohlmarkt und ist die breiteste und prächtigste Fußgängerzone in der Wiener City

Anna Gasse

Auch die Seitengasse vom Graben beindrucken: die Annagasse

Schwarzenbergplatz

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Die Tram am Schwarzenberg-Platz fährt vorbei am Denkmal des Fürsten Schwarzenberg, dahinter das Palais Wiener von Welten

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Die prächtige Staatsoper wurde 1869 mit Mozart´s Don Giovanni eingeweiht

Jedes Jahr findet hier das wichtigste gesellschaftliche Ereignis Österreichs statt, der Wiener Opernball. Mit 12.000 Gästen aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Der Umbau vom Opernhaus in einen prächtigen Ballsaal muss in nur 70 Stunden bewerkstelligt werden.

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Der Karlsplatz ist einer der größten und schönsten Plätze Wiens, dominiert von der barocken Karlskirche

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Schlange-Stehen vor dem Wiener Musikverein. Vielleicht gibts noch eine Konzertkarte an der Abendkasse

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