Mdina (gesprochen Medina) war Insel-Hauptstadt bis die Ritter 1571 nach Valletta umzogen. In der “Stillen Stadt” fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt. Man spürt den Hauch der Geschichte beim Spaziergang in den mittelalterlichen Gassen, zwischen Kirchen und Palästen, rundum umgeben von der Stadtmauer. Gleich daneben das ebenfalls alte, aber sehr lebendige Rabat, wo der Apostel Paulus schiffbrüchig angelandet ist.

Mdina

Mächtige Festungsanlagen umgeben die Stadt.

Noch während der Zeit als Hauptstadt, Anfang des 15. Jh., wurde Mdina von den 18 000 Türken ange- griffen. Mdina wurde stark beschädigt, hielt aber stand. Als die Ritter nach Malta kamen, blieben sie nur für ein Jahr in Mdina und zogen dann in die Nähe ihrer Flotte. Zuerst nach Birgu, dann nach Valletta.

 

Während der großen türkischen Belagerung von 1565 spielte Mdina eine wichtige Rolle für den Nachschub und zur Nachrichten-Übermittlung nach Sizilien. Die Türken ließen die Stadt nahezu unbehelligt, denn auf den Außenmauern stand eine gewaltige Armee: Als Soldaten verkleidete Frauen…

Mdina, Palazzo Vilhena

Palazzo Vilhena, heute beherbergt er das Naturkundemuseum

Mdina

Man kann sich wunderbar treiben lassen durch die malerischen Gassen,

Mdina

vorbei an einer Vielzahl von Kirchen und Palästen

Mdina, Karamelitenkirche und - KlosterAuslöser für den Aufstand gegen die Franzosen 1798 war die Beschlagnahmung von Kunstwerken aus der Karameliten-Kirche, insbesondere von Teppichen. Die empörten Malteser warfen den französischen Kommandanten kurzerhand vom Balkon herunter.

Mdina, Karamelitenkirche und - Kloster

Besonders schöne Gasse neben dem Karameliter-Kloster

Mdina

Von der Stadtmauer eröffnet sich ein weiter Blick ins Land

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Mdina

Sogar die Polizei ist stilgerecht untergebracht in einem alten Palast

Rabat

Die ehemalige Vorstadt von Mdina ist heute das lebendige Zentrum der westlichen Inselhälfte. Doch wie Mdina hat es ein schönes mittelalterliches Zentrum und sprüht (im Gegensatz zu Mdina) vor Leben.

Rabat

Nur ein paar Gehminuten durch enge Gassen führen mich von Mdina nach Rabat

Rabat, St. Pauls Kirche

Die St. Paul´s Kirche steht auf der Grotte, in welcher der Apostel Paulus nach seinem Schiffsbruch in Gefangenschaft gelebt haben soll.

Während seines Aufenthalts überzeugte der charismatische Apostel den römischen Stadthalter von der Neuen Religion und gründete die erste christliche Gemeinde auf Malta.

Rabat, St. Pauls Kirche

Ein heiliger Platz: Hier predigte der Apostel Paulus

Rabat

1992 besuchte Papst Paul II die Grotte für ein Gebet

Katakomben, die Begräbnisstätten der Christen

Die Katakomben aus dem 5. Jh. wurden außerhalb von Medina angelegt, weil die Römer Bestattungen innerhalb der Stadtmauern verboten. Man fand Agape-Tische, wo die Menschen das abendliche Liebesmahl (Agape) bei ihren Verstorbenen abhielten. Es hatte die mythische Mahlsgemeinschaft zum Vorbild, die Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl feierte.

 

Die Katakomben wurden während des 2. Weltkriegs, als Malta in ständiger Bomben-Bedrohung durch die Deutschen litt, ausgebaut und mitbenutzt als Luftschutzkeller.

Rabat

Haptgänge der Katakomben, die auch als Luftschutz-Keller benutzt wurden

Rabat

Die Grabgänge sind insgesamt rund 900 m lang, mit ca. 1400 Grabstätten

RabatVor der Paul´s Kirche gibt es ein schönes Café. Das wollte ich nach meinen Besichtigungen aufsuchen. Doch als ich um 16 Uhr wiederkam, hatte das Café zu, und die Stühle waren von Männern bevölkert. Es war gar nicht einfach einen anderen Platz für meine Pause zu finden.

Rabat

Am Abend überall das gleiche Bild: Chillende Männer unter sich

Mdina

Blick zurück aus dem fahrenden Bus: Mdina, die stille Stadt

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