Einen Besuch in Freiburg verbinde ich mit einer Radtour: Mit der Bahn bis Freudenstadt und auf dem Kinzigtal-Radweg immer bergab hinunter ins Rheintal. Ich übernachte in Gengenbach, und fahre anderntags durch die Ortenau und das Naturschutzgebiet Taubergießen zum Kaiserstuhl, und weiter nach Umkirch bei Freiburg.

 

Auf der Rückfahrt ist es ziemlich nass, als ich in Freiburg den Zug besteige. Vielleicht ist das Wetter im Neckartal besser…, um ab Rottweil den Neckartal-Radweg zurück nach Stuttgart zu fahren. Doch strömender Regen läßt mich in Horb wieder in die Bahn flüchten.

 

Radtour Freudenstadt-Umkirch (April 2015)

StepMap Radtour Freudenstadt-Umkirch (April 2015)

Freudenstadt

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Beim Stadtpark steht das Denkmal für Alfrd Hartranft, den unermüdlichen Gestalter Freudenstadts

Alfred Hartranft war 42 Jahre lang Schultheiß von Freudenstadt (von 1877-1919), und Theodor Heuss würdigte ihn: “Man hat ihn nicht umsonst den 2. Gründer von Freudenstadt genannt”. Er hat Freudenstadt neu gestaltet und den dortigen Tourismus begründet.

Der Kinzigtal-Radweg (100 km)

verläuft entlang des längsten Schwarzwaldtales von Freudenstadt ins Rheintal nach Offenburg. Der erste Teil führt immer durch den Wald, zum Teil steil bergab, über Loßburg nach Alpirsbach. Danach fällt der Weg nur noch sanft ab nach Schiltach, Wolfach, Haslach. Das letzte Teilstück verläuft fast eben bis Offenburg.

Alpirsbach

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ist bekannt wegen des Klosters und der Klosterbrauerei. Der Brauereiausschank bietet eine Bierprobe an

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Die Brauerei kann man besichtigen,

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ebenso das daneben sich befindende Kloster mit dem Klostermuseum

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Ich genieße Kaffee und Kuchen im Café beim Kloster, mit Blick auf die romanische Klosterkirche

Vom Kloster zur evangelischen Klosterschule
Das romanische Benediktiner-Kloster wurde 1095 gestiftet, später kamen gotische Elemente hinzu. Nachdem Württemberg protestantisch wurde, richtete man 1556 hier eine protestantische Klosterschule ein. Ein Fund von 1958 ist im Klostermuseum ausgestellt und zeigt Schuhe, Kleidungsstücke und Briefe von Klosterschülern des 16. Jh´s.

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Magnolienblüten schmücken die Klosterkirche

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Holzwirtschaft im Schwarzwald

Schiltach

Schiltach

Schiltach´s Wohlstand war dem Holz und der Flößerei geschuldet

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Am Rathaus sind die Flößerjahre (1365-1895) dargestellt und die Brandjahre 1510, 1533 und 1590

Der verheerende Brand von 1533 wird anhand eines Bildes in Erinnerung gerufen: Schiltach befand sich im tiefsten Mittelalter. Als Verursacher des Brandes wurde der Teufel persönlich vermutet. Er hatte eine Frau aus Oberndorf angestiftet, die Stadt in Brand zu stecken. Und obwohl die Frau sich zur Zeit des Brandes nachweislich nicht in Schiltach aufhielt, endete sie auf dem Scheiterhaufen.

Schiltach

Verwinkelte Fachwerkgassen in Schiltach

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und zarte Buschwindröschen am Kinzigufer

Wolfach

Wolfach

Das repräsentatve Rathaus zeugt vom Wohlstand, den Schwarzwald-Holz und die Flößerei ins Tal brachten

Wolfach

Die  Flanierstraße von Wolfach mit Cafés und Geschäften

Wolfacher Flößer

Eine Hausbemalung setzt den Wolfacher Flößern ein Denkmal

Ein Floß konnte 300 m oder länger sein. Es wurden mehrere Teile mit Weiden zusammengebunden. Die Floß-Mannschaft bestand aus ca. 10 Männern, harten Gesellen, die das Floß die Kinzig hinunter, über Wehre hinweg, zum Rhein steuerten.

 

Bei der Heimkehr waren die durstigen Männer gern gesehene Gäste in den Wirtschaften. Um die Versorgung der Familien sicherzustellen, wurde oftmals der halbe Lohn gleich an die Frauen ausbezahlt.

Flößerheimkehr

Bei der Flößerheimkehr trugen die Männer ihre wichtigen Werkzeuge und Gerätschaften mit sich

Hausach

Hausachs Schatz war Silber und Blei, das früher in 60 Gruben, Stollen und Schächten abgebaut wurde. Im Ortsteil Hauserbach gibt es das kleine Freilichtmuseum Erzpoche, das die Weiterverarbeitung des geförderten Erzes zeigt.

 

Die Burg Husen ist das Wahrzeichen der Stadt und wurde um 1220 zum Schutz der umliegenden Silberminen erbaut. Seit dem 30jährigen Krieg ist sie Ruine.

 

Die große Schwarzwaldbahn wurde von dem Eisenbahn-Ingenieur Robert Gerwig geplant und gebaut. Sie fährt seit 1873 zwischen Offenburg und Konstanz, überwindet im Kernstück auf 11 km Luftlinie einen Höhenunterschied von 448 m, und führt durch 36 Tunnels. Das Modell dieser Bahn steht gegenüber des Bahnhofs in Hausach. Im Maßstab 1:87 fahren 50 Züge auf den 400 qm liebevoll gestalteter Schwarzwaldlandschaft. (Mo. und Di. Ruhetag)

Gengenbach

Pfeffer und Salz, Gengenbach

In Gengenbach treffe ich einen guten Freund, und wir nächtigen etwas außerhalb, im Hotel „Salz und Pfeffer“ mit angeschlossenem Weingut, sehr gutem Essen und einer schönen Terrasse

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Gengenbach ist eine Bilderbuch-Fachwerkstadt

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Die 24 Fenster des Rathauses werden zur Advendszeit als Bilder eines riesigen Advendskalenders gestaltet

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Marktplatz mit Brunnen

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Die vorbildlich restaurierte Engelgasse schmiegt sich an die ehemalige Stadtmauer

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Gengenbachs Tore sind von weither sichtbar

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Man will so schnell nicht wieder weg aus Gengenbach

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Ein Denkmal für die Narren, da stell ich mich doch gleich dazu!
Gengenbach ist eine Hochburg der allemannischen Fasnacht

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Gengenbach war ehemals eine Freie Reichsstadt, wie der Reichsadler am Tor dokumentiert. Hier verkehrt die Kinzigtal-Bahn von Offenburg nach Freudenstadt

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Gengenbach, idyllisch umrahmt von Weinbergen

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Kurz vor Offenburg steht oberhalb des Kinzigufers die Burg Ortenberg, heute eine Jugendherberge

Ich fahre nicht hinein nach Offenburg, sondern hangle mich durch kleine Weinorte der Ortenau bis nach Lahr. Erst in Lahr biege ich ab in Richtung Rhein und Taubergießen.

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Das Weingut des Freiherrn Röder von Diersburg. Das Anwesen mit Magnolienblüte ist so schön wie der Name

In Lahr verfahre ich mich ziemlich. Doch ein freundlicher Radfahrer geleitet mich aus der etwas unübersichtlichen Stadt auf den Weg zum Rhein.

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Die Schutter fließt durch Lahr zum Rhein. Die Bachlandschaft ist als ansprechendes Erholungsgebiet gestaltet

Taubergießen

Zwischen Kappel und Rheinhausen erstreckt sich das Naturschutz- und Bannwald-Gebiet Taubergießen. Es ist gekennzeichnet von Wasserläufen, Wald und Sumpfwiesen. Die Rheinauen sind renaturiert, es gibt wieder ein paar Quellen und Wasserläufe, in die das Rheinwasser hineinfließt.

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Im Taubergießen gehen Land und Wasser ineinander über. Geführte Kahn-Touren bieten die Möglichkeit in den grünen Urwald hineinzufahren

Rust

Der Europapark Rust liegt am Rande des Naturschutzgebiets

Taubergießen

Heutel sind die Wege im Taubergießen trocken. Letztes mal musste ich Furtstellen durchfahren

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Am Rhein treffe ich auf fröhliche Nonnen beim Betriebsausflug

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Der Leopoldskanal ist eine schnurgerade Verbindung zwischen Riegel am Kaiserstuhl und Rheinhausen

Leopolds-Kanal

Im Tal die Apfelblüte, auf den Bergen liegt noch Schnee

Heute bin ich 90 km geradelt, seit dem Start um 12 Uhr in Gengenbach. Das letzte Stück nach Umkirch fahre ich mit der Bahn. Immer am Kaiserstuhl entlang von Riegel nach Gottenheim.

Tuniberg

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Von Umkirch führt mich ein Ausflug auf den Tuniberg, die zweite vulkanische Erhebung neben dem Kaiser- stuhl, mit ebenso berühmten Weinen. Auf den Vogesen liegt noch Schnee, während hier die Kirschen blühen

Rückfahrt nach Stuttgart

Weil es in Freiburg regnet, nehme ich den Zug nach Rottweil (2X umsteigen, in Neustadt und in Donau- eschingen). Sehr gerne würde ich auf dem Neckartalradweg zurückradeln nach Stuttgart. Leider bleibt es bei der guten Idee. Denn auch auf dem Neckartalradweg wird es naß, und ich flüchte mich in Horb in den Zug.

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In Rottweil ist es wolkig aber trocken,

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also wage ich mich auf den Neckartal-Radweg

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Blick zur Autobahn mit der großen Neckartalbrücke bei Rottweil

Impressionen vom Neckartal-Radweg  DSCF1237DSCF1238DSCF1242DSCF1246DSCF1249DSCF1251

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