Auf dem Weg gen Norden liegt der Harz fast auf meinem Weg. Ich fahre durch den westlichen Teil des höchsten Gebirges Norddeutschlands und besichtige Osterode am Rand des Harzes; Clausthal-Zellerfeld, bis zu 800 m hoch und mittendrin; und Goßlar, die Fachwerk- und Kaiserstadt, wieder am Rand gelegen.

Osterode

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Der Kornmarkt bildet seit dem Mittelalter den Mittelpunkt des städtischen Lebens

Die aus dem Mittelalter stammende Marktkirche St. Ägidien wurde nach dem großen Stadtbrand von 1545 wieder errichtet. Im Kirchturm wohnte bis 1936 der Turmwächter, der bei Feuer Alarm geben musste.

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Das repräsentative Alte Rathaus spiegelt das Selbstbewußtsein Osterodes im Mittelalter

Das Erdgeschoss diente als Kaufhaus und Markthalle, Im Weinkeller des Rates, im Ratskeller, gab es einen Ausschank.

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Das Eselstreiber-Denkmal vor dem Rathaus

erinnert daran, dass von hier aus Getreide und Waren in den Oberharz transportiert wurden. Denn in höheren Lagen wuchs kein Getreide, und die Versorgung der Bergleute musste gewährleistet werden.

Osterrode, Kommandantenhaus

Das Kommandantenhaus beherbergte im 17 Jh. eine Lateinschule, danach war es Wohnhaus des Stadtkommandeurs

Clausthal-Zellerfeld

ist Bergbau- und Universitätsstadt im Oberharz. In den Lagen um 800 m liegen hier noch Schneereste des Winters. Berühmtester Sohn der Stadt ist Robert Koch (1843-1910), Mediziner, Nobelpreisträger und Begründer der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie.

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Clausthals Marktkirche, die größte Holzkirche Deutschlands und das Oberbergamt

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Die Innenausstattung der Marktkirche ganz aus Holz

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Hinter der Kirche türmen sich die letzten Schneehaufen

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Die Technische Universität Clausthal-Zellerfeld

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Auf dem Marktplatz steht das Roemer-Denkmal, gestiftet 1882 von seinen früheren Studenten

Der Paläontologe (Wissenschaft von den Fossilien) Adolph Roemer führte zwischen 1850 und 1860 die Bergschule Clausthal mittels Reformen in die erfolgreiche Konkurrenz zu den Polytechnischen Hochschulen.

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Hauptstrasse von Clausthal, rechts die Technische Universität

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Bergbau-Miseum und Museums-Gaststätte in Zellerfeld

Goßlar

Die schöne Altstadt Goslar mit der Kaiserpfalz und das Erzbergwerk Rammelsberg gehören zu den Kulturschätzen der UNESCO. Mit 30 Millionen Tonnen Erz trug der Rammelsberg maßgeblich zur Entwicklung der Stadt Goslar bei, in der bis 1253 zahlreicher Kaiser und Könige residierten.

 

Blütezeit Goslars war im 16. Jahrhundert, als die Hansestadt und Freie Reichsstadt vom Aufschwung des Bergbaus profitierte.

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Mittelalterliches Flair in Goßlar

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Die ungleichen Türme der Marktkirche

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Altes Rathaus mit Marktbrunnen

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Der Marktbrunnen markiert den Mittelpunkt des Marktplatzes und damit der Stadt. Er wird bekrönt vom Wahrzeichen Goslars, dem Adler

Der Marktbrunnen ist ein historisches Puzzle: Die untere Brunnenschale (12. Jh.) ist der größte Bronzeguss der romanischen Zeit überhaupt. Ungefähr 100 Jahre jünger ist die obere Schale, mit ihrem Sockel ursprünglich ein eigenständiger Brunnen. Der Adler stammt aus dem 13. Jh., seine Krone aus dem 18. Jh.

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Blick vom Rathaus, wo man den Huldigungssaal besichtigen kann

Der Huldigungssaal wurde 1520 als Ratssitzungssaal eingerichtet. Er ist ein einzigartiges Kleinod spätgotischer Raumkunst: seine Wände, die Decke und sogar die Fensternischen sind vollständig mit Tafelgemälden ausgekleidet.

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Kaiserpfalz

Einst machten die Erze des Rammelsberges die Stadt bedeutend für die Herrscher des Mittelalters. In der Kaiserpfalz (erbaut 1050) wurde bei Reichstagen deutsche Geschichte geschrieben. Bei der Besichtigung sieht man Wandmalereien des Historienmalers Wislicenus und eine Ausstellung zur Geschichte des Wanderkaisertums.

UNESCO-Weltkulturerbe
Das Erzbergwerk Rammelsberg, seit 1988 stillgelegt, zeigt als Museum und Besucherbergwerk die Tradition des Bergbaus in Goslar und im Harz. Sowohl das Erzbergwerk als auch die Goßlaer Altstadt gehören zum Weltkulturerbe.

 

2010 wurde zudem die Oberharzer Wasserwirtschaft, ein weltweit einzigartiges Teich- und Grabensystem zur Energiegewinnung durch Wasserkraft, in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

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„Wo Gott nicht gibt zum Haus sein Gunst – da ist all unser Bau´n umsunst“

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