Das bergige Hinterland von Nizza bietet lohnende Ausflugsziele. Ich besuche einige der berühmten Bergdörfer. Eze mit grandioser Aussicht auf die Cote d´Azur, und Vence und St. Paul de Vence, die „Kunstdörfer“

 

Auch vielfältige Wanderungen sind möglich in den Seealpen, doch dafür muss ich ein anderes Mal wiederkommen. Eine Woche ist zu kurz für Nizza!

Eze, das malerische Bergdorf

Laut Reiseführer bietet kein anderer Ort eine schönere Aussicht auf die Cote d´Azur als das mittelalterliche Felsennest mit den steilen Treppen und malerischen Gassen. Der Bus (Nr. 82) braucht eine halbe Stunde von Nizza bis hinauf nach Eze Village.

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Den Morgen-Kaffee nehme ich am Dorfeingang ein. Aus dem deutschen Winter kommend, genieße ich die Sonne sehr

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Verwinkelte Gassen winden sich den Berg hinauf,

garniert mit steilen Treppen und Torbögen. Es ist ein Bilderbuchdorf, alles adrett hergerichtet. Doch ursprüngliches Dorfleben gibt es hier nicht mehr, dafür jede Menge Restaurants, Cafés, Ladengeschäfte. Ganz oben erwartet den Besucher das Beste:

 

Jardin exotic, der Tropengarten
Die mittelalterliche Burg dient als stilvolle Kulisse für den terrassenförmig angelegten Tropengarten.

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Nur vom Jardin exotic hat man diesen fantastischen Panoramablick auf die Küste

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Eine wunderschöne Kombination: Aussicht aufs Meer, die exotischen Pflanzen und das mittelalterliche Örtchen. Die Kakteen und Sukkulenten stammen zumeist aus Südamerika

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Vom Aussichtspunkt bei den höchsten Burgruinen blicke ich zu meinem ursprünglich geplanten Wanderziel: La Turbie unterhalb dem Felsen rechts im Hintergrund

Von Eze kann man in 2 Stunden nach La Turbie wandern, und dann zu Fuß oder per Bus hinunter nach Monaco. Doch der Weg ist zur Zeit gesperrt. Also steige ich auf dem Sentier Nietzsche hinunter zum Meer und wandere auf dem Sentier Littoral (Küstenwanderweg) von Cap d´Ail nach Monaco.

 

Chemin Frédéric Nietzsche

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Ein steiler Weg führt von Eze Village hinunter zum Badeort Eze sur mer

Der Weg war ein Lieblingsweg Friedrich Niezsches, und Teile seines berühmten Werkes „Also sprach Zarathustra“ wurden beim beschwerlichen Aufstieg nach Eze gedichtet.

Vence und St. Paul

erreicht man mit dem Bus (Nr. 400) ab Nizza in 1 Std., sie liegen nur 7 Autominuten auseinander. Ich habe einen Tag für die Besichtigung der mittelalterlichen Orte und für ein bisschen Kunst eingeplant. Doch meine Kunstsinnigkeit hält sich in Grenzen, und so habe ich sogar noch Zeit für Abstecher ans Meer nach Antibes.

 

Vence
ist eine lebendige Kleinstadt mit 18 000 Einwohnern. Berühmt ist die Stadt wegen der von Matisse ausgestalteten Kapelle. In den 1920er-Jahren wurde Vence von Schriftstellern und Malern entdeckt.

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Heri Matisse hat die Kapelle von 1948-51 ausgestaltet
(Plakat-Bild, denn in der Kapelle darf man nicht fotografieren)

Matisse mietete sich 1943 in Vence ein, weil Nizza von Bombenangriffen bedroht war. Monique Bourgeois, eine intelligente und charaktervolle junge Frau, hatte Matisse früher Modell gestanden. Nun war sie Nonne im Dominikanerorden in Vence und überzeugte Matisse, die Fenster für die Rosenkranzkapelle des Ordens zu gestalten. Matisse übernahm die komplette Ausgestaltung und sah sie als Blüte seines Lebenswerkes an.

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Beim Rückweg von der Kapelle präsentiert sich photogen die Altstadt von Vence

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Am schönsten Platz von Vence, gegenüber von Rathaus und Kathedrale, komme ich endlich zu meinem Frühstückskaffee. Vorher musste ich mich beeilen, weil die Kapelle über Mittag schließt

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Für die Kathedrale (die kleinste Frankreich´s) hat Chagall ein Mosaik zum Taufbecken geschaffen. Es thematisiert die Freude der Pharaonen-Prinzessin, als sie Moses im Nil findet.

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Im Museum gibt es eine Andy Warhol Ausstellung. Viel Kunst in Vence…

St Paul de Vence

St. Paul lebt mit und von der Kunst. Der Ort hat nur 3 400 Einwohner, im Sommer übersteigt die Besucherzahl die der Einwohner um das 20-fache. Hauptattraktion ist die Fondation Maeght, ein Highlight für Liebhaber moderner Kunst. Die Sammlung gehört zu den bedeutendsten Kunststiftungen der Welt.

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Im Ort sind zahllose Galerien ansässig. Und jede Menge Souvenir- und Ladengeschäfte

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Ein wunderschöner mittelalterlicher Ort

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Wieder wandere ich durch die gepflasterten Gassen

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Frankreich ist so reich an wunderschönen Ortsbildern

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Von der Stadtmauer aus kann man sogar das Meer sehen. Ich beschließe, dass ich da jetzt hin will, und steige in den Bus nach Antibes

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Aus dem Bus heraus bietet sich ein Abschiedsblick auf St. Paul de Vence

2 Kommentare

  1. Bei dir scheint schönstes Wetter zu sein, hier soll es ab heute 3 Tage regnen …
    Wie klappt es mit der französischen Sprache?
    Viele Grüße Manfred

    • Das meist stabile Frühlingswetter war ein Auswahlkriterium für die Reise an die Cote d´Azur, und die Rechnung scheint aufzugehen. Bisher war der Himmel blau, und es soll so weitergehen. Für Mittwoch sind 26° angesagt und 13 Sonnenstunden.

      Französisch, un peu… Doch ich bin es ja gewohnt, mich mit Händen und Füßen zu verständigen. Inzwischen bedaure ich, dass ich kein Wörterbuch mitgenommen habe. Denn so langsam gewöhne ich mich an die Sprache – und sie gefällt mir sogar (trotz meinem Schul-Französisch-Trauma)
      Lieber Gruß in die Heimat

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